Entspannung ist keine Technik

Letzte Woche war ich gemeinsam mit meiner Hündin Laya für ein Seminar an der Ostsee, in der Nähe von Flensburg. Das Thema: Entspannungsmethoden mit Hund. Ich wollte eine Woche am Meer verbringen (mein Kraftort), gemeinsam mit Laya zur Ruhe kommen und offen sein für neue Impulse.

Wir haben während des Seminars ganz unterschiedliche Methoden kennengelernt: Yoga durfte natürlich nicht fehlen, außerdem haben wir neben Austausch und Reflexion auch Pilates, Qi Gong, verschiedene Atemübungen, autogenes Training und progressive Muskelentspannung ausprobiert. 

Natürlich gab es Methoden, die mich besonders angesprochen haben. Als absoluter Yoga-Fan hat mir die Yoga-Session ein entspanntes Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Aber auch Qi Gong und das autogene Training haben mich positiv überrascht.

Trotzdem war meine wichtigste Erkenntnis eine ganz andere:

Entspannung ist keine Technik

Entspannung beginnt nicht mit der „richtigen“ Methode und lässt sich auch nicht wie ein Ein-/Aus-Schalter bedienen. Sie beginnt in dem Moment, in dem wir bereit sind, wirklich da zu sein. Uns auf unseren Körper einzulassen. Nicht zu überlegen, ob wir gerade alles richtig machen, sondern einfach die Erfahrung zuzulassen.

Das hat sich während der Woche wunderbar an den teilnehmenden Hunden gezeigt. Wir waren 16 Menschen und 16 Hunde. Die Hunde waren die ganze Zeit bei uns (auch im Seminarraum!) und wir konnten immer wieder beobachten, wie eng unser eigenes Nervensystem mit dem unserer Hunde verbunden ist.

Am Anfang war noch viel Aufregung im Raum. Hunde, die aufeinander reagierten, Menschen, die erst einmal ankommen mussten. Doch mit jedem Tag wurde es ruhiger – weil die Menschen immer mehr in ihrer eigenen Mitte angekommen sind und die Hunde auf unsere Ausstrahlung reagiert haben.

Nicht die Methode macht den Unterschied

Das gilt auch für uns: Viele von uns suchen nach der perfekten Entspannungsmethode. Dabei ist das oft gar nicht die wichtigste Frage. Viel wichtiger ist die innere Einstellung: Bin ich bereit, mich wirklich auf diesen Moment einzulassen? 

Es geht nicht darum, was wir machen, sondern wie wir es machen. Denn selbst die beste Methode kann ihre Wirkung kaum entfalten, wenn wir gedanklich schon wieder beim nächsten To-do sind. Der erste Schritt darf immer sein, zurück zu Dir und ins Hier und Jetzt zu kommen. Dann trifft die Technik auf fruchtbaren Boden.

Ich bin deshalb nicht nur mit neuen Impulsen nach Hause gekommen. Ich bin vor allem erfüllt zurückgekehrt: Voll frischer Energie und innerer Ruhe, aufgetankt vom Meer, von der Weite und der Leichtigkeit des Seins – und von der Verbindung zu Laya und vor allem zu mir selbst.

Dein erster Schritt

Wenn Du merkst, dass Dein Nervensystem im Alltag selten wirklich zur Ruhe kommt, dann ist oft nicht „mehr Entspannung“ die Lösung – sondern erst einmal ein Raum, in dem Entspannung überhaupt entstehen darf. Dieser Raum öffnet sich über ein reguliertes Nervensystem. 

Anstatt auf eine bestimmte Methode zu hoffen, frag Dich doch heute einfach mal: Was brauche ich gerade? Und erfüll Dir dieses Bedürnis. Das ist der erste Schritt zu einer stärkeren Verbindung zu Dir selbst und damit zu mehr Balance im Alltag.

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