Geheischnis

Ich war schon in der Schulzeit ein großer Sprachen-Fan und liebe es, mich in einer Fremdsprache mit anderen Menschen unterhalten zu können. Für mich schaffen Worte Verbindung, Nähe und Orientierung, egal ob im Ausland oder über die lokalen Mundarten auch in Deutschland.

Sprache schafft ein Zuhause – das habe ich gemerkt, als ich 2011 nach München gezogen bin und einige Jahre später wieder bei meinem Umzug in den wunderschönen Hunsrück. Auch wenn ich diesen Ort von Anfang an mochte, hat es Zeit gebraucht, wirklich anzukommen – und ein Teil dieses Ankommens lief über die Sprache:

Hunsrückisch (auch bekannt als Hunsrücker Platt)

Die Hunsrücker Mundart ist kein klar abgegrenzter Dialekt. Fast jedes Dorf hat seine eigene Färbung, seine eigenen Nuancen, und genau das macht seinen Reiz aus: Sprache wächst hier aus Nähe, aus Geschichte, aus Gemeinschaft. So wie Heimat auch.

Einige hunsrückische Wörter habe ich besonders lieben gelernt (echte „Wortschätzjer“): Zum Beispiel „Geheischnis“, ein Wort für Vertrauen, Geborgenheit, menschliche Wärme. Oder „maije“, was so viel bedeutet wie sich austauschen, sich unterhalten, in Verbindung sein. Angewöhnt habe ich mir auf jeden Fall das kleine „ai“ am Satzanfang, das Raum für ein kurzes Innehalten zum Nachdenken gibt.

Diese Worte haben mir nicht nur geholfen, die Sprache besser zu verstehen, sondern auch die Menschen – und mich hier Schritt für Schritt mehr zu Hause zu fühlen.

Ankommen schafft Sicherheit

Und genau darum geht es beim Ankommen: um innere Sicherheit. Das Nervensystem braucht dieses Gefühl von Geheischnis, von Geborgenheit, Vertrauen und Orientierung. Erst wenn Du Dich innerlich sicher fühlst, kannst Du entspannen, auftanken und wirklich präsent sein.

Ankommen ist dabei kein rein mentaler Prozess. Es passiert nicht im Kopf, sondern im Körper. Ankommen ist ein Gefühl – und wenn Du Dich im Körper sicher, getragen und verbunden fühlst, unterstützt das direkt die Regulation Deines Nervensystems.

Du kannst dieses Gefühl bewusst stärken: Über die Atmung, über das Spüren von Boden, Gewicht und Raum, über Momente, in denen Du ganz präsent bei Dir bist.

Mini-Übung zum Ankommen

Vielleicht magst Du Dir jetzt gleich einen kleinen Moment dafür schenken, einfach dort, wo Du gerade bist. Stell Dich hüftbreit hin, die Füße fest am Boden. Spüre, wie Dein Gewicht gleichmäßig nach unten sinkt, wie Dich die Erde trägt. Richte Dich sanft in der Wirbelsäule auf, ganz wach und präsent.

Wenn Du in der Haltung angekommen bist, dann atme tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund wieder aus. Genieße ein paar ruhige Atemzüge, bei denen Du mit jeder Ausatmung ein klein wenig mehr in Raum, Zeit und auch innerlich ankommst.

Vielleicht spürst Du schon jetzt einen Hauch mehr Ruhe. Ein bisschen mehr Boden unter Dir. Genau so beginnt Ankommen: Still, einfach und zutiefst wirksam. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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