Wenn die Energie frei durch den Körper fließen kann, werden Körper, Geist und Seele optimal mit Lebenskraft versorgt. Du kannst Deinen Körper mit verschiedenen Techniken dabei unterstützen, den Energiefluss aufrecht zu erhalten.

Lebensenergie fließt durch Deinen Körper

Gesundheit und Wohlbefinden sind eng verknüpft mit einem freien und ausreichenden Fluss von Lebensenergie durch Deinen gesamten Körper. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat dies schon vor über 2000 Jahren in ihrem Konzept der Meridiane festgehalten. Die Meridiane, auch Leitbahnen genannt, durchziehen Deinen ganzen Körper und in ihnen fließt Deine Lebensenergie (in der TCM Qi genannt). Es gibt zwölf Hauptmeridiane (Jing Mai genannt), die nach Organsystemen oder Funktionskreisen benannt sind.

Diese fließende Energie versorgt den gesamten Körper mit Kraft. Der Energie-Fluss kann jedoch gestört werden. Es kann zum Beispiel zu wenig Energie fließen oder der Fluss kann blockiert sein, wodurch sich Energie anstaut. Dies kann passieren durch Krankheiten, Stress und weitere äußere und innere Einflüsse, und zeigt sich beispielsweise daran, dass Du Dich nicht mehr so fit fühlst, krank bist, oder keinen Antrieb mehr hast.

3 Wege, den Energiefluss zu unterstützen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Meridiane zu unterstützen und damit die Energie wieder frei und ausreichend fließen zu lassen. Drei davon möchte ich Dir vorstellen – ich nenne sie auch die drei A’s des Energieflusses.

#1: Aufmerksamkeit

Ein altes Sprichwort sagt: Energie folgt der Aufmerksamkeit. Dies funktioniert auch auf körperlicher Ebene, und Du kannst es Dir zu Nutze machen und Deine Energie durch Fokussierung und Konzentration bewusst entlang der Meridiane lenken. Wenn Du Dich auf ein bestimmtes Körperteil konzentrierst, aktivierst Du Dein parasympathisches Nervensystem. Dein Herz schlägt langsamer, und deine Blutgefäße dehnen sich an dieser Stelle leicht aus. Dadurch können mehr Blut und auch mehr Energie fließen.

Dies kannst Du auch körperlich fühlen, z.B. in Form von Bitzeln oder Wärme. Mach folgendes kleines Experiment: Schau Dir Deine rechte Daumenkuppe an. Fokussiere Deine ganze Aufmerksamkeit darauf und stell Dir vor, wie die Energie durch den Daumen hindurchfließt. Vielleicht spürst Du, wie es in Deinem Daumen kribbelt und wie er sich nach einiger Zeit sogar aufwärmt, nur durch Deine Aufmerksamkeit.

Aufmerksamkeit lenken lernen kannst Du durch verschiedene Techniken: Achtsamkeit, Meditation und auch in Yoga-Übungen. Dadurch kannst du gezielt Energie an bestimmte Stellen in Deinem Körper schicken, die z.B. schmerzen oder anderweitig zusätzliche Energie benötigen. Diese Technik lässt sich sehr gut mit dem nächsten Punkt, der bewussten Atmung, kombinieren.

#2: Atmung

Atmen liefert unserem Körper lebensnotwendige Energie in Form von Sauerstoff. Dein Atem beeinflusst jede Zelle Deines Körpers, entweder direkt oder indirekt. Du kannst lernen, Deinen Atem in bestimmte Körperregionen zu lenken. Dadurch versorgst Du diese Regionen zusätzlich mit Energie. Das mag sich komisch anhören, aber wenn Du Dich konzentrierst, kannst Du den Fluss Deines Atems weit über Deine Lunge hinaus verfolgen.

Bewusste Atmung funktioniert besonders gut in Kombination mit Aufmerksamkeit. Hier kommt auch der Rat für Schwangere her, den Schmerz „weg zu atmen“. Stell Dir vor, wie Du Deinen Atem an bestimmte Stellen Deines Körpers schickst, die zusätzliche Energie benötigen. Fühle, wie Deine Aufmerksamkeit den Atem dorthin lenkt. Je öfter Du dies bewusst übst, umso mehr wirst du die positiven Auswirkungen spüren.

Eine weitere Energie-Atemtechnik kommt aus dem Yoga und heißt Nadi Shodhana, die bewusste Wechselatmung. Sie soll besonders gut sein für die Reinigung der Energiekanäle, so dass die Lebenskraft frei fließen kann. Bei dieser Atemtechnik hältst Du Dir abwechselnd ein Nasenloch zu und atmest durch das andere ein bzw. aus.

Sitze für diese Atemtechnik gerade. Atme vollständig aus. Dann:

  • Halte Dir mit Deinem rechten Daumen das rechte Nasenloch zu
  • Atme durch das linke Nasenloch tief ein, zähle während des Einatmens bis vier.
  • Halte die Luft an und zähle wieder bis vier. Öffne währenddessen das rechte Nasenloch und halte dir mit dem kleinen bzw. Ringfinger deiner rechten Hand das linke Nasenloch zu.
  • Atme dann langsam durch das rechte Nasenloch aus, zähle bis sechs.
  • Halte wiederum kurz die Luft an, zähle bis zwei.
  • Atme dann durch das rechte Nasenloch wieder ein, zähle wieder bis vier.
  • Halte die Luft an und zähle wieder bis vier. Öffne währenddessen das linke Nasenloch und halte dir mit dem Daumen deiner rechten Hand wieder das rechte Nasenloch zu.
  • Atme dann langsam durch das linke Nasenloch aus, zähle bis sechs.
  • Halte wiederum kurz die Luft an, zähle bis zwei.
  • Atme dann durch das linke Nasenloch wieder ein, zähle wieder bis vier.

So machst Du für insgesamt drei Zyklen weiter, Geübte können diese Atmung bis zu einer halben Stunde machen. Falls Dir schwindlig wird, hör sofort auf und atme normal. Diese Technik soll sich gut anfühlen und Deine Energiebahnen reinigen, nicht zu Beschwerden führen.

#3: Akupunktur und Akupressur

Energie-Blockaden lassen sich auch über bestimmte Punkte, die auf den Meridianen liegen, behandeln. Die klassischen Behandlungspunkte liegen auf den zwölf Haupt-Meridianen und auf dem sogenannten Konzeptionsgefäß (Ren Mai) und dem Lenkergefäß (Du Mai). Da diese Punkte direkt unter der Haut liegen, sind sie für manuelle Behandlungsmethoden leicht zugänglich. Alle weiteren Meridiane und Gefäße lassen sich über diese Punkte indirekt mitbehandeln.

Die bekanntesten Methoden sind Akupunktur und Akupressur. Bei der Akupunktur werden die Punkte mit Nadeln behandelt, bei der Akupressur stimuliert Druck (z.B. über die Finger) die Meridiane.

Unter Akupressur fallen auch Massage-Therapien wie Shiatsu und Klopftechniken. Auch durch Yoga kannst Du die Meridiane stimulieren. Vor allem im Yin Yoga, bei dem die Posen für längere Zeit (ca. drei bis fünf Minuten) gehalten werden, kannst Du durch bestimmte Posen bestimmte Akupunktur-Punkte und Meridiane stimulieren. In der Sphinx-Pose (eine leichte Rückwärtsbeuge) werden zum Beispiel Blasen- und Nierenmeridian stimuliert.

Das Ziel: Freier Energiefluss durch Deinen Körper

Wenn die Energie frei und ausreichend durch Deinen Körper fließen kann, kann sie Körper, Seele und Geist optimal mit Lebenskraft versorgen. Wie beschrieben kannst Du durch einfache Mechanismen und Techniken hierzu beitragen. Dazu ist es wichtig, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln, so dass Du Veränderungen wahrnehmen und nachverfolgen kannst. Spüre in Dich hinein und höre auf die Signale, die Dein Körper Dir sendet. Das unterstützt Deinen Energie-Haushalt und lässt Dich Dein Leben voller Kraft gestalten.

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