Huna, eine alte Lehre ursprünglich aus Polynesien, ist heute ein weltweites Phänomen. In ihrem Zentrum stehen 7 Energie-Prinzipien, an denen sich das Leben orientieren soll. Außerdem beinhaltet die Huna-Lehre zahlreiche Praktiken und Rituale, um Mana, die Lebenskraft, zu stärken.

Die Huna-Lehre

Ursprünglich kommt die Huna-Lehre aus dem polynesischen Raum, im Besonderen aus Hawaii. Hu steht dabei für Aktivität (also die Yang-Seite) und Na für Zuhören und Heilen (das Yin-Element). Basierend auf den alten schamanischen Naturreligionen der Region hat sich Huna heute zu einer ganzheitlichen Lebenseinstellung mit vielen Anhängern in der ganzen Welt entwickelt.

Im Zentrum der Huna-Lehre stehen Lebensfreude, Einklang von Körper, Geist und Seele, und das Leben im jetzigen Moment. Ein wesentliches Element hierbei ist Mana, die Lebenskraft.

Die Lebenskraft Mana

Mana spielt eine große Rolle in der polynesischen Kultur. Der Begriff bedeutet wörtlich Macht bzw. Kraft und ist gleichzeitig der Oberbegriff für universelle Lebenskraft und spirituelle Energie. Mana ist an eine konkrete Form gebunden und fließt durch alle weltlichen Erscheinungen: Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jeder Gegenstand hat sein eigenes Mana, das sowohl weltliche als auch spirituelle Energie umfasst.

Durch Befolgen der Huna-Prinzipien kannst Du Dein ureigenes Mana finden und kontinuierlich aufbauen. Dann sind die Energie-Speicher von Körper, Geist und Seele gut gefüllt und Du kannst Dein Leben in Einklang mit universellen Richtlinien nach Deinen Wünschen und Vorstellungen gestalten.

Die drei Aspekte des Selbst

Die Huna-Lehre unterteilt Dein Selbst in drei Bereiche. Sie sind zwar voneinander getrennt, wirken aber zusammen und beeinflussen Dein Verhalten.

Ku: Das unterbewusste, innere Selbst

Das Ku (auch Unihipili) ist verantwortlich für alle unbewussten Funktionen des menschlichen Körpers, also zum Beispiel den Atem, den Herzschlag oder die Verdauung. Gleichzeitig steuert und organisiert es das Erinnerungsvermögen. Damit ist es auch verantwortlich für Emotionen. Das Ku arbeitet völlig unabhängig und verwurzelt Dich im Hier und Jetzt. Im Ku befinden sich auch Deine Energie-Akkus: Es nimmt Mana auf und schickt sie dorthin, wo sie benötigt wird.

Lono: Das bewusste, äußere Selbst

Hier sitzt Dein rationaler Verstand, Dein Denkvermögen. Lono (auch Uhane) ist verantwortlich dafür, Deinen Willen zu entwickeln, und dadurch Entscheidungen zu treffen. Hier sitzen das Ego, die Logik und die Urteilskraft. Dein Lono arbeitet eng mit dem Ku zusammen: Im Lono erdenkst Du die Zukunft, das Ku kann sie dann im Jetzt umsetzen. Deswegen ist es in der Huna-Lehre so wichtig, welche Gedanken Du denkst.

Aumakua: Das höhere, göttliche Selbst

Aumakua repräsentiert unser spirituelles Überbewusstsein. Hier sitzt die Verbindung mit dem transzendenten Göttlichen. In der Huna-Lehre wird eine solche Existenzebene für alle weltlichen Formen vorausgesetzt: Aumakua fließt durch alle Erscheinungen, und so ist z.B. auch jeder Stein ein Ausdruck des höheren Selbst. Es ist verantwortlich für die spirituell-energetische Kommunikation mit allem, was existiert. Auch das Aumakua steht in enger Verbindung mit dem Ku. Empfängt das Ku z.B. einen Willen oder eine Entscheidung von Lono, kann es Mana, also Energie, hineingeben und über Aumakua ans Universum schicken.

Die sieben Huna-Prinzipien

Die Huna-Lehre umfasst insgesamt sieben Energie-Prinzipien. Sie sind über Generationen gewachsen und überliefert und fassen die Weisheiten zusammen. Sie sind anwendbar sowohl auf den Einzelnen als auch in größeren sozialen Gruppen.

Ike: Die Welt ist das, wofür Du sie hältst

Du bist Schöpfer Deiner eigenen Realität. Wie Du selbst Dein Leben siehst, ist für Dich Wirklichkeit und hat Auswirkungen auf Dein Handeln. Bewusstsein über diesen Grundsatz schafft Vertrauen in Deine Schöpferkraft, und gleichzeitig Gelassenheit und Toleranz im Umgang mit Anderen. Je mehr Du lernst und an Deinen Glaubenssätzen arbeitest, umso vielfältigere Möglichkeiten ergeben sich für Dein Leben.

Kala: Es gibt keine Grenzen

Kala ist die Aufforderung, alle Grenzen, Definitionen und Festlegungen kritisch zu überprüfen und in Deiner Vorstellung zu überwinden. Veränderung beginnt im Innern: Wenn Du Unmögliches für möglich hältst, wird es zur Realität. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele: Die Mondlandung, das Internet, ein Hundert-Meter-Lauf in unter 10 Sekunden – jahrelang, teilweise jahrhundertelang, hielt keiner es für möglich oder dachte auch nur daran. Bis einer die Grenze überwunden und es geschafft hat. Erlaube Dir, Deine Einstellungen immer wieder zu überprüfen und zu überwinden.

Makia: Energie folgt der Aufmerksamkeit

Dieses bekannte Prinzip besagt, dass Du Deine Energie auf wenige, für Dich wirklich wichtige Dinge fokussieren sollst. Denn worauf Du Dich konzentrierst, dorthin fließt Deine Energie. Wenn sie in zu viele (unwichtige) Dinge gleichzeitig fließt, kommt nicht genug bei den wirklich wichtigen Zielen an. Wenn Du Dich dagegen nur auf eine Sache konzentrierst, erreichst Du sie. Lies dazu auch mehr in diesem Blogartikel.

Manawa: Jetzt ist der Augenblick der Kraft

Dein Geist tendiert dazu, kontinuierlich entweder kritisch die Vergangenheit zu analysieren oder sich über die Zukunft Sorgen zu machen. Dabei gibt es nur den jetzigen Moment: Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft noch nicht da. Nur im Jetzt kannst Du Deine Energie dazu nutzen, Veränderungen umzusetzen. Und Du kannst Dich jeden Moment neu entscheiden, wie Du Dinge interpretierst. Sich auf die Gegenwart zu konzentrieren schafft innere Freiheit, fällt jedoch vielen von uns nicht leicht. Wenn Du drei einfache Übungen für mehr Achtsamkeit und Gewahrsein kennenlernen möchtest, lies diesen Artikel.  

Aloha: Lieben bedeutet glücklich sein mit dem, was ist

Glück ist kein Ziel, das man erarbeiten muss. Glück ist ein Leben in Liebe: Liebe fühlt sich gut an, sie löst Konflikte und hilft Dir, das Leben zu leben, das Du Dir wünschst. Gemeint ist nicht die romantische Liebe, sondern vielmehr ein offenes Herz, Selbstliebe und Liebe zum Leben und zu allem um Dich herum. Liebe ermöglicht Dir, Dich mit Deiner Vergangenheit zu versöhnen, sie hinter Dir zu lassen und in eine positive Zukunft zu schauen.

Mana: Alle Macht kommt von innen

Du selbst bist verantwortlich für Dein Leben. Es gibt niemanden, auf den Du diese Verantwortung abwälzen kannst, und keine äußeren Umstände, die dafür haftbar sind. Suche keinen Schuldigen, sondern schau in Dich selbst hinein. Du allein kannst Veränderung bewirken und somit Deine Ziele erreichen. Mana, Deine Lebenskraft, ist in Dir: Lass Dich nicht fremdbestimmen, sondern übernimm die Verantwortung und gestalte Dein Leben.

Pono: Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit

In der Welt der Wirkung ist für Dich wahr, was bei Dir funktioniert. Wo in Deinem Leben geht es Dir schon gut? An welchen Bereichen möchtest Du noch arbeiten? Welche Idee setzt Du als nächstes um? Wenn etwas nicht klappt, suche Dir flexibel einen neuen Weg. Du bist nicht auf ewig durch Deine Entscheidungen gebunden, sondern für Deine Wirklichkeit zählt, was Du für Dich erfolgreich umsetzt.

3 einfache Übungen, mit Denen Du die Kraft der Huna-Lehre spüren kannst

Huna beinhaltet zahlreiche Heilmethoden und -praktiken. Viele davon sind einfache Alltags-Übungen und lassen sich auch ohne ausgebildeten Huna-Heiler durchführen. Drei davon möchte ich Dir hier vorstellen.

Piko Piko

Bei Piko Piko handelt es sich um eine effektive Atemtechnik, bei der von Punkt zu Punkt geatmet wird. Mit dieser Technik wird das gesamte Energie-System für Körper, Geist und Seele gestärkt und Blockaden können sich lösen. Die Atemübung kann überall und zu jeder Zeit durchgeführt werden, zum Beispiel auch als Einstieg in die Meditation oder zur Entspannung.

Atme dazu tief durch Dein Kronen-Chakra ein (es befindet sich über Deinem Scheitel), lenke den Atem dann bewusst durch Deinen Oberkörper hindurch und atme durch den Nabel wieder aus. Wiederhole diese Atmung mehrfach, bis Du eine Entspannung bemerkst und die Energie frei durch Deinen Körper fließt.

La’a Kea

La’a Kea bedeutet Liebeslicht oder Licht, das durch Liebe entsteht. Die Übung bezieht sich auf die Stärkung Deiner Aura, unterstützt die Heilung und bringt Körper, Geist und Seele in Einklang. Deine Aura ist bereits erfüllt von Sonne, Freude und Wissen und durch Deine Konzentration auf diese Eigenschaften kannst du sie noch mehr zum Strahlen bringen.

Nimm dazu Verbindung mit Deinem Licht auf, z.B. im Rahmen einer Meditation. Stell Dir genau vor, wie Du vom Licht erfüllt bist, wie es durch Dich und über Dich hinaus strahlt. Fülle es dann an mit positiven Emotionen, so dass es immer heller und weiter strahlt. Du kannst Dein Licht gedanklich auch auf andere Menschen oder Gegenstände übertragen. Wiederhole diese Übung, wenn es Dir schlecht geht oder Du Dein Licht einer bestimmten Person oder Situation geben möchtest.

Aloha Spirit

Diese Übung wird auch Gelebte Liebe genannt und bedeutet, Dein Mana, also Deine Energie, durch Segnen zu teilen. Denn wenn Du Dein Mana teilst, bringst Du Dich in Verbindung mit der göttlichen Kraft, die Dir wiederum unbändige Energie für Dein Leben schenkt. Du lebst Dein Leben in Liebe, wendest die Kraft der Liebe kontinuierlich an und verstärkst sie dadurch.

Eigentlich ist dies keine Übung, sondern eine Lebenseinstellung. Segne immer wieder das, was Du in Deinem Leben haben möchtest. Dadurch verstärkst Du Deinen Fokus darauf und richtest Deine Energie nach außen. Die eigentliche Segnung ist kein bestimmtes Ritual, sondern Du kannst Deinen Segen ausdrücken durch zum Beispiel Bewunderung, Wertschätzung, Dankbarkeit, Bestätigung und natürlich Liebe. Vermeide gleichzeitig das Gegenteil von Segnen, also zum Beispiel negative Einstellungen, unverdiente Kritik, Neid, Zweifel oder Angst, denn dies hebt einen Teil der Wirkung der Segnung wieder auf.  

Special: Ho’oponopono

Das wohl bekannteste Ritual aus der Huna-Lehre ist Ho’oponopono. Das Vergebungsritual beruht auf der Annahme, dass Du die Verantwortung für die guten und die schlechten Ereignisse in Deinem Leben trägst. Deine Energie hat sie erschaffen, und Du kannst sie auch wieder aus Deinem Leben gehen lassen. Inneren Frieden wirst Du erst dann erreichen, wenn Du Dir und anderen Frieden gibst.

Ho’oponopono kann jederzeit und an jedem Ort durchgeführt werden, auch noch im Nachhinein. Durch Ho’oponopono kannst du Energien reinigen und Dich von alten Blockaden, Emotionen und Handlungsmustern lösen. Der Schlüssel dazu ist Vergebung, also Übernahme von Verantwortung und Auflösung der negativen Energien. Diese innere Reinigung wirkt sich dann auch auf die Situation im Außen aus.

Das Ritual selbst besteht aus vier Sätzen:

  • Es tut mir leid: Du erkennst das Problem an.
  • Ich liebe dich: Du nimmst die Situation wertfrei und ohne Vorbehalte an.
  • Bitte verzeih mir: Du bittest um Vergebung für die Energien, die die Situation und das Problem hervorrufen, auch wenn sie nur im Unterbewusstsein bestehen.
  • Danke: Du dankst von Herzen dafür, dass sich diese Energien jetzt lösen, reinigen und wandeln.

Du fühlst Dich in die entsprechende Situation, die Du auflösen möchtest, hinein und sprichst die vier Sätze so lange, bis Du anfängst, Dich zu entspannen. Du hast Dich entschieden, bewusst Verantwortung zu übernehmen und zu vergeben. Liebe kann zu Dir kommen und deine Energien transformieren. Das Ritual gewinnt an Stärke, wenn Du es häufig nutzt. Mach es so oft und lang, bis Frieden zu Dir kommt.

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