Eine aufrechte Körperhaltung sieht nicht nur charismatischer aus, sie hat erwiesenermaßen auch Einfluss auf Deine Gefühle und somit auch auf Deinen Energie-Level. Arbeite bewusst an Deiner Haltung, um den Alltag voller Kraft gestalten zu können.

Selbst-Test: Eine Reflektionsübung zur Körperhaltung

Lass uns zum Einstieg eine kurze Übung machen. Setz Dich für einen Moment so hin, als wärst Du total müde und gelangweilt. Schultern nach vorne, runder Rücken, genervter Gesichtsausdruck. Bleib ca. ein bis zwei Minuten so sitzen und höre in Dich hinein: Was macht diese Körperhaltung mit Dir? Wie fühlst Du Dich? Wirst du tatsächlich müde?

Und jetzt das Kontrastprogramm: Setz oder stell Dich so hin, als wärst Du voller Lebenskraft. Stell Dir vor, Dein Körper sprüht nur so vor Energie und Du bist bereit für alles. Dein Blick ist wach, die Haltung gerade und aufmerksam, ein Lächeln umspielt Deine Lippen. Bleibe auch hier wieder ungefähr zwei Minuten, und lass die Haltung auf Dich wirken. Wie fühlst Du Dich jetzt? Spürst Du einen Unterschied?

Körperhaltung, Gefühle und Energie stehen in direktem Zusammenhang

Deine typische Körperhaltung verrät viel über Dich, Deine geistige und emotionale Einstellung – und damit auch Deinen Energie-Level. Wenn Du körperlich zusammenfällst, kann die Energie nicht mehr frei durch den Körper fließen. Du atmest flacher, fühlst Dich schwächer und bist innerlich blockiert. Wer sich – im wahrsten Sinne des Wortes – „hängen“ lässt, fühlt sich auch so. Im Gegensatz dazu kann Deine Energie bei aufrechter Körperhaltung ungehindert fließen, macht Dich fit und emotional stark.

Wir sind eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Die drei Bereiche beeinflussen sich gegenseitig sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Im täglichen Leben kommt meist erst der Gedanke, dann folgt das Gefühl, dann die Körperhaltung. Also zum Beispiel: Du siehst einen geliebten Menschen, freust Dich, und öffnest breit lächelnd die Arme. Oder aber Du nimmst eine Bedrohung wahr, bekommst Angst, und machst Dich automatisch klein und ziehst Dich zurück.

Diese Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele können wir uns zu Nutze machen, denn sie funktioniert auch umgekehrt! Wenn Du Deine Körpersprache änderst, passt sich Dein emotionales und geistiges Befinden an Deinen Körper an – sonst wärst Du nicht mehr im Einklang. Wenn Du Dir dessen bewusst bist, kannst Du gezielt an deiner Haltung arbeiten, um Deine Energie zu stärken und voller Kraft Dein Potenzial zu leben.

Deine Körperhaltung spiegelt Deine Grundstimmung

Das bedeutet natürlich nicht, dass Du Dich verstellen sollst, wenn es dir schlecht geht. Negative Gedanken und Gefühle sollten nicht unterdrückt oder überspielt werden – sie sind ein wichtiger Teil von Dir und Du solltest Sie anerkennen und annehmen.

Du kannst jedoch Deine Körpersprache aktiv nutzen, um Deine Grundstimmung auf Energie und Lebenskraft auszurichten. Arbeite an einer aufrechten Haltung, lächle Dir selbst oft zu, und entspanne bewusst Deinen Körper. Dadurch sendest Du deinem Geist und Deiner Seele positive Signale.

Eine bejahende Körperhaltung wirkt noch dazu nicht nur auf Dich selbst und Deinen Energie-Level, sondern auch auf Dein Umfeld: Sie verbessert Dein Aussehen und verleiht Dir Ausstrahlung und Charisma.

Die richtige Körperhaltung

Eine gute Körperhaltung ist aufrecht und entspannt zugleich. Im volkstümlichen „Brust raus, Bauch rein“ steckt viel Wahrheit, dazu noch das Gesäß leicht anspannen, den Hinterkopf wie an einem Faden nach oben ziehen und die Schultern sanft nach hinten rollen – und schon richtest Du automatisch die Wirbelsäule auf und entlastest die Bandscheiben. Herz und Lunge haben Platz und dehnen sich aus, und Blockaden können sich lösen.

„Kopf hoch“ – wir alle haben das schon zu hören bekommen, wenn es uns schlecht ging. Und tatsächlich ist es nicht nur eine verbale Aufmunterung, sondern durch das Heben des Kopfes suggerieren wir unserem Körper Zuversicht. Es geht uns allein dadurch besser, dass wir nicht mehr betrübt auf den Boden schauen.

Was passiert dabei im Körper? Deine Körperhaltung löst biologische Reaktionen in Gehirn und Körper aus. Zentral sind dabei zwei Hormone: Testosteron und Cortisol. Während Testosteron zu gesteigertem Selbstbewusstsein und selbstsicherem Auftreten führt, löst Cortisol Selbstzweifel und Angst aus. Ein niedriger Cortisol- und ein hoher Testosteronspiegel helfen Dir also, Dich gut zu fühlen. Und wie wissenschaftliche Studien nachgewiesen haben, lässt eine kraftvolle Körperhaltung direkt Deinen Cortisolspiegel sinken und Deinen Testosteronspiegel steigen! Schon zwei Minuten in einer Power-Pose haben einen Einfluss auf Deine Hormone und damit auf Deine Gefühlswelt (umgekehrt gilt das genauso – eine schwache Haltung lässt Deinen Cortisolspiegel steigen und Deinen Testosteronspiegel sinken).

Umso wichtiger ist also eine gute Körperhaltung, nicht nur für den Körper selbst, sondern auch für Geist und Seele. Wenn Du jetzt noch tief in den Bauch atmest, löst Du eventuelle Blockaden und führst Deinem Körper viel frische Energie zu. Du wirst Dich automatisch offener und energiegeladener fühlen!

Drei einfache Körperübungen für den Alltag

Wir können im Alltag viel proaktiv für eine gute Körperhaltung tun. Besonders geeignet sind ganzheitliche Trainingsmethoden wie Yoga, Pilates oder Tai-Chi, die sich auch im weiteren Sinne mit Energie-Management beschäftigen. Aber auch therapeutische Arbeit wie Feldenkrais, Shiatsu, Rückenübungen und Akupressur unterstützen eine gute Haltung.

Im Folgenden beschreibe ich Dir drei einfache Übungen für den Alltag, die Du jederzeit und überall leicht einbauen kannst.

Die Daumen-Übung

Das ist die einfachste Übung: Im normalen, aufrechten Stehen oder Sitzen richtest Du Dich auf und lässt Du Deine Arme nach unten hängen. Dann drehst du die Daumen nach außen, bis Deine Handflächen vom Körper weg zeigen. Dadurch rollst Du automatisch die Schultern nach hinten und unten, richtest Deinen unteren Rücken auf und Deine Brust kommt nach vorne.

Tadasana – der Berg

Tadasana ist die Grundhaltung der stehenden Asana-Posen im. Stell Dich aufrecht mit geschlossenen Füßen (am besten ohne Schuhe) auf den Boden. Fühle das Gewicht Deines Körpers gleichmäßig verteilt auf den Fersen, dem Ballen des großen Zehs und dem Ballen des kleinen Zehs. Das Fußgewölbe spannt sich dazwischen in einem Bogen auf. Die Knie sind durchgedrückt, die Hüftmuskulatur ist leicht angespannt. Der Bauch ist sanft eingezogen, die Brust wird nach vorne gebracht, der Nacken ist gerade. Deine Arme zeigen gerade nach unten, die Handflächen zum Körper. Stell Dir eine gerade Linie vor, die durch Deinen Körper geht. Atme ruhig und bewusst in Deinen Bauch hinein.

Tadasana ähnelt dem geraden Stehen – allerdings machst Du es bewusst, achtsam und mit Fokus auf die Atmung. Dadurch erfährst Du Deine gesamte Körperhöhe und ermöglichst Raum für Lunge und Organe. Gleichzeitig erdest Du Dich und bringst Körper, Geist und Seele in Balance.

Wonder Woman und Superman

Diese Power-Pose wirkt über Deinen Körper direkt auf Dein Selbstbewusstsein. Stell Dich dazu schulterbreit auf den Boden. Deine Fäuste stemmst Du auf die Hüften und die Brust streckst Du nach vorne raus, während Du die Schultern nach unten nimmst. Dein Blick geht gerade und fokussiert nach vorne. Recke auch gerne eine Faust in die Luft und stell Dir ruhig bildlich vor, wie Dein Superhelden-Umhang hinter Dir flattert!

Diese Haltung wirkt (wie oben beschrieben) direkt auf Deinen Hormonspiegel und steigert Dein Selbstbewusstsein nachweislich schon nach zwei Minuten. Dadurch eignet sich diese Pose besonders vor wichtigen Situationen oder Aufgaben – zum Beispiel einem wichtigen Gespräch oder einer Präsentation, bei der Du Selbstbewusstsein und Vitalität ausstrahlen möchtest.

Die Kraft der Wiederholung

Auch für die Körperhaltung gilt die Kraft der Rituale. Ein einmaliges Aufrichten wird nur begrenzte Wirkung zeigen. Die Wiederholung macht den Unterschied! Baue Dir kleine Rituale in deinen Alltag ein, in denen Du die Posen ausführst.

Die Daumen-Übung lässt sich zum Beispiel sehr gut am Schreibtisch im Laufe des Tages immer wieder einbauen. Tadasana kannst du machen, während der Wasserkocher dein Teewasser erhitzt. Und Wonder Woman holst du raus, bevor Du Deine Wohnung verlässt. So schnell sendest Du Körper, Geist und Seele in eine positive Richtung und stellst sicher, dass Dein Energie-Level im positiven Bereich bleibt!

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